Echter Steinfisch
Deutscher Name: Echter Steinfisch
Englischer Name: Reef stonefish
Biologischer Name: Synanceia verrucosa
Der Echte Steinfisch gilt als einer der giftigsten Fische der Welt – und ist gleichzeitig ein Meister der Tarnung. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein mit Algen und Korallen bewachsener Stein. Genau das macht ihn im Riff so gefährlich: Man erkennt ihn oft erst auf den zweiten Blick.
Er gehört zur Familie der Synanceiidae und ist die Typusart der Gattung Synanceia. Im Roten Meer ist er vor allem in flachen Riffbereichen zu finden.
Größe: meist unter 30 cm, maximal etwa 40 cm
Gewicht: bis zu 2,5 kg
Alter: vermutlich über 10 Jahre
Lebensraum: flache Korallenriffe, Riffdach, Lagunen, Gezeitentümpel
Merkmale
Der Körper ist plump, schuppenlos und von rauer, warziger Haut bedeckt. Oft wachsen Algen auf ihm, was seine perfekte Tarnung zusätzlich verstärkt.
Der große, abgeflachte Kopf besitzt ein sehr großes, nach oben gerichtetes Maul. Auch die Augen sitzen hoch oben und zeigen nach oben – ideal für einen Lauerjäger.
Die Färbung reicht von bräunlich-grau bis bläulich mit rötlichen, orangefarbenen oder gelben Flecken. Er kann seine Farbe an die Umgebung anpassen.
Seine Rückenflosse trägt 12–14 extrem scharfe Stachelstrahlen. An der Basis jedes Stachels sitzen zwei Giftdrüsen. Bei Bedrohung richtet er diese nadelartigen Stacheln auf. Zusätzlich besitzt er einen säbelartigen Knochen am Tränenbein, den er als Defensivwaffe einsetzen kann.
Gift
Das Gift heißt Verrucotoxin (VTX) und ist ein starkes proteinhaltiges Neurotoxin. Bereits geringe Mengen können schwere Symptome verursachen.
Ein Stich kann zu:
extrem starken Schmerzen
Atemschwäche
Herz-Kreislauf-Problemen
Krämpfen und Lähmungen
führen und im Extremfall tödlich sein. Seine Stacheln können sogar dicke Stiefelsohlen durchbohren.
Behandlung
Bei Verdacht auf einen Stich gilt: sofort medizinische Hilfe suchen.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann heißes Wasser (mindestens 45 °C) helfen, da Hitze das Gift teilweise denaturiert. In schweren Fällen wird ein Gegengift verabreicht.
Lebensweise
Der Echte Steinfisch ist ein Einzelgänger und verbringt die meiste Zeit regungslos auf dem Riffboden. Er ernährt sich von kleinen Fischen, Garnelen und Krebstieren.
Sein Angriff erfolgt blitzschnell – innerhalb von nur 0,015 Sekunden saugt er seine Beute ein.
Fortpflanzung
Zur Paarungszeit legen Weibchen ihre Eier auf dem Riffboden ab. Männchen befruchten diese anschließend. Die Jungfische schlüpfen bereits gut entwickelt. Weibchen werden deutlich größer als Männchen.
Vorkommen
Er ist die am weitesten verbreitete Steinfisch-Art und kommt im Roten Meer sowie im gesamten Indopazifik vor. In den letzten Jahren wurde er auch im östlichen Mittelmeer nachgewiesen.
Taucher-Tipp
Schaut genau hin, bevor ihr euch auf dem Riff abstützt oder durch sehr flache Bereiche lauft. Gute Tarierung und Abstand zum Boden sind der beste Schutz.
Sicherheitshinweis für Taucher und Schnorchler im Roten Meer
Der Echte Steinfisch ist im Roten Meer heimisch und perfekt getarnt. Gerade in flachen Bereichen, auf dem Riffdach oder in Lagunen kann er zwischen Steinen und Korallen praktisch unsichtbar sein.
Wichtige Regeln für eure Sicherheit:
Niemals auf dem Riff stehen oder laufen
Gute Tarierung halten und Abstand zum Boden bewahren
Hände nicht unbedacht auf Felsen oder Korallen abstützen
Beim Schnorcheln in sehr flachen Bereichen besonders aufmerksam sein
Was tun im Notfall?
Sollte es dennoch zu einem Stich kommen, sofort das Wasser verlassen und umgehend medizinische Hilfe aufsuchen.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann das Eintauchen der betroffenen Stelle in möglichst heißes Wasser (ca. 45 °C, nur so heiß wie erträglich) helfen, da Hitze das Gift teilweise zerstört. Dies ersetzt jedoch keine ärztliche Behandlung.
Wichtig: Stiche sind extrem schmerzhaft und können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Schnelles Handeln ist entscheidend.



